Fachbeitrag_Bodenbelag – wichtiges Gestaltungselement guter Innenarchitektur

Das Angebot der Bodenbeläge ist grenzenlos vielfältig. Neben den traditionellen Belägen aus Holz, Stein und Fliesen in unterschiedlicher Gestaltung behaupten sich Teppichböden, elastische Bodenbeläge, Kork und Laminat im neuen Outfit.
Aspekte der Nachhaltigkeit hinsichtlich der Materialwahl aus nachwachsenden und natürlichen Rohstoffen, des möglichen Recyclings oder auch die Herstellung aus Recyclingprodukten prägen das Erscheinungsbild der trendigen Bodenbeläge.
Für jedes Einsatzgebiet und jeden Geschmack sollte es ein passendes Material geben. Bei der Materialwahl ist nicht nur das optische Erscheinungsbild in Bezug auf Farbe und Oberflächentextur zu gewichten. Aspekte der Lebensdauer, Pflege, Haptik, Raumakustik, (Schall) Dämmeigenschaften und nicht zuletzt auch der Kostenpunkt verdienen Augenmerk.
Quelle: Vorwerk Teppichwerke
Gestaltungsattribute wie weich, warm und wohnlich sind den textilen Belägen zuzuordnen. Die Vielfalt der Texturen lässt bei den Teppichböden ein großes Gestaltungsspektrum zu. Eine neue Philosophie der Wandelbarkeit und der kreativen Gestaltung bieten Teppichfliesen.  

Quelle: GUT
Zahlreiche Gütesiegel wachen über die Qualität der Teppich-böden. Die von führenden europäischen Teppichboden-Herstellern gegründete Gemeinschaft GUT wacht über die „verbesserte Umwelt- und Nutzerfreundlichkeit während des gesamten Lebenszyklus eines textilen Bodenbelages, von der Produktion bis hin zur Verlegung, vom Gebrauch bis hin zum Recycling“. Die geprüften Teppichböden besitzen demnach u.a. minimale Emissionen und keine Gesundheits-gefährdenden Substanzen. 

Die Familie der elastischen Bodenbeläge aus sowohl natürlichen wie künstlichen Ausgangsstoffen wie Kork, Hanf, Gummi und Vinyl zeichnen sich hinsichtlich der hohen Strapazierfähigkeit und Wirtschaftlichkeit aus. Sie erleben durch neue Dessins und Herstellungsmethoden eine Renaissance. Für den Objektbereich sind sie geradezu prädestiniert. Durch schnellen und unkomplizierten Ein- und Ausbau lässt sich die Nutzung eines Raumes ohne große Wartezeiten verändern. Hinter der Bezeichnung „Designbelag“ verbirgt sich die neue Generation der elastischen Bodenbeläge. Das Feuchte-unempfindliche, hoch-strapazierfähige Mehrschichtmaterial ist mit einer fühlbar authentischen Holz-, Stein- oder Metallstruktur ausgestattet. Es vereint dadurch die Vorteile eines enorm strapazierfähigen Bodenbelags mit trittelastischen und schalldämmenden Eigenschaften mit den Attributen an ästhetische Gestaltungsvielfalt

Quelle: Witex Flooring
Die Erfolgsgeschichte des Laminats ist in der Vielseitigkeit begründet. Das mehrschichtige Ausgangsmaterial besteht zu 90 % aus Holzwerkstoff. Die Nutzschicht besteht aus einer dem Holz nachempfundenen Dekorschicht, die pflegeleicht ist, aber nach Beschädigung oder Verschleiß nicht wieder aufgearbeitet werden kann. Das Laminat wird meist schwimmend, d.h. ohne Verklebung auf unterschiedliche Untergründe verlegt und ist recht preisgünstig. Dadurch entwickelte sich das Material gerade im Wohnbereich zum Verkaufsschlager. Die Entwicklung von Trittschallgeräuschen wird allerdings häufig bemängelt.

Die immense Vielfalt der Bodenbeläge bedarf einer sorgfältigen Prüfung hinsichtlich der Eignung für den jeweiligen Einsatzbereich. Ein großzügiges Erscheinungsbild wird durch die Wahl einheitlicher Beläge erreicht. Für Räume mit Atmosphäre und Stil ist die Fußbodengestaltung von großer Bedeutung. Sie ist prägend für die Raumstimmung und den „Wohlfühlfaktor“.

verfasst von:
Hanne Thiebes
Dipl.-Ing. Innenarchitektin AKNW + BDIA
öbuv Sachverständige für Schäden an und Bewertung von Innenräumen